21-03-2022

Umsatzsteuer, E-Commerce und die OSS-Meldung - die neue Regeln aus niederländischer Sicht

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Ab Juli 2021 gilt in den Niederlanden, wie in der Rest der EU, eine neue Regelung für grenzüberschreitende Lieferungen an Kunden, die keine USt-IdNr. haben, wie zum Beispiel Privatpersonen. Die neuen europäischen Vorschriften für den E-Commerce sind nicht allen bekannt, und wir erhalten viele Fragen von deutschen Unternehmern dazu. Daher möchten wir diesen Artikel nutzen, um die Regelung aus niederländischer Sicht kurz zu erläutern.

Alte Regelung

Vor dem 1. Juli 2021 gab es auch eine Sonderregelung für den Fernverkauf. Ihre grenzüberschreitenden EU-Lieferungen an ausländische Privatpersonen waren grundsätzlich im Versandland mit Umsatzsteuer belastet. Wenn Sie zum Beispiel als deutscher Unternehmer Waren an eine niederländische Privatperson lieferten und die Lieferung von Deutschland aus vorgenommen würde, schuldeten Sie im Prinzip die niederländische Umsatzsteuer auf diese Lieferung.

Wenn aber die niederländische Umsatzschwelle (in der Hohe) von 100.000 € im laufenden oder im vorangegangenen Kalenderjahr nicht überschritten wurde, konnten Sie weiterhin deutsche Umsatzsteuer für die Fernverkäufe in Rechnung stellen.

Neue Regelung - OSS-Verfahren

Mit der neuen Regelung ist diese Umsatzschwelle weggefallen. Sie schulden jetzt sofort die niederländische Umsatzsteuer auf Ihre Fernverkäufe an niederländische Privatpersonen und andere Kunden, die keine gültige niederländische USt-IdNr. haben. Die einzige Ausnahme gilt für Unternehmer mit einem Jahresumsatz von weniger als 10.000 €. Diese Unternehmer können weiterhin die deutsche Umsatzsteuer berechnen.

Wenn Sie für Ihre Fernverkäufe an niederländische Privatpersonen niederländische Umsatzsteuer in Rechnung stellen müssen, können Sie diese niederländische Umsatzsteuer mit einer One-Stop-Shop-Meldung (OSS-Meldung) in Deutschland anmelden. Sie müssen sich dafür auf der Website des deutschen Finanzamts mit BOP registrieren lassen.

Achtung

Einige häufige Missverständnisse sind die folgenden:

  • Die OSS-Meldung kann nicht zum Vorsteuerabzug verwendet werden. Daher dürfen Sie keine Eingangsrechnungen mit niederländischer Umsatzsteuer in Ihre deutsche OSS-Meldung aufnehmen. Für die Erstattung der niederländischer Umsatzsteuer müssen Sie einen Erstattungsantrag über das Portal des deutschen Finanzamtes stellen. Das deutsche Finanzamt leitet Ihren Antrag an das niederländische Finanzamt weiter.

  • Die OSS-Meldung für die niederländische Umsatzsteuer ist möglich für Fernverkäufe, elektronische Dienstleistungen und sonstige Leistungen an niederländische Privatpersonen und andere Kunden, die keine gültige niederländische USt.-ID-nummer haben.

  • Wenn Sie sich dafür entscheiden, Fernverkäufe mit einer OSS-Meldung zu melden, müssen Sie dies für alle Fernverkäufe machen. Es ist nicht möglich, Fernverkäufe in andere EU-Länder teilweise in der OSS-Meldung und teilweise in einer regulären Umsatzsteuer Erklärung zu melden.

Zum Schluss

Wenn Sie wissen möchten, was die neuen Regelung für Ihre Aktivitäten in den Niederlanden bedeuten, oder wenn Sie andere Fragen zur Umsatzsteuer in den Niederlanden haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Umsatzsteuer, E-Commerce und die OSS-Meldung - die neue Regeln aus niederländischer Sicht

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