03-01-2020

Lohnfortzahlungs verpflichtung in den Niederlanden

Lohnfortzahlungsverpflichtung in den Niederlanden

Die Niederlande kennt, genauso wie Deutschland eine Regelung über Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit. In Deutschland zahlt erst der Arbeitgeber, bevor die Krankenversicherung nach sechs Wochen Krankheitsdauer des Mitarbeiters die Geldleistungen übernimmt.

Anspruch auf eine Lohnfortzahlung bei Krankheit

In den Niederlanden haben Arbeitnehmer einen längeren Anspruch auf eine Lohnfortzahlung bei Krankheit. Es besteht ein Anspruch über einen Zeitraum von 104 Wochen. In den ersten 52 Wochen erhalten Arbeitnehmer bei Arbeitsunfähigkeit laut dem Gesetz 70% ihres letzten Bruttolohnes. (Teilweise wird dieser Betrag tarifvertraglich auf 100% aufgestockt). Im zweiten Jahr besteht ebenfalls ein weiterer Anspruch auf 70% des letzten Bruttolohnes. Nach zwei Jahren kann ein Arbeitnehmer Sozialleistungen beantragen und endet in der Regel die Lohnfortzahlungsverpflichtung für den Arbeitgeber.

Deutsche Arbeitgeber

Deutsche Arbeitgeber bekommen es also mit erheblichen Zahlungsverpflichtungen zu tun, wenn sie Mitarbeiter in den Niederlanden einstellen. Für sie lohnt es sich eine Lohnfortzahlungsversicherung bei Krankheit abzuschließen, damit die finanziellen Risiken, die entstehen durch (längere) Krankheit eines Mitarbeiters, abgedeckt werden. Die Prämie einer solchen Versicherung ist abhängig von der Branche in der das Unternehmen tätig ist.

Erkrankt ein Mitarbeiter, muss ein Arbeitgeber sich an die Verpflichtungen die in dem "Arbo"-Gesetz stehen halten. So muss ein Arbeitgeber wenn ein Mitarbeiter erkrankt, sich bemühen ein "guter" Arbeitgeber zu sein und den Mitarbeiter unterstützen wieder Arbeitsfähig zu werden.

Das Arbo-Gesetz

Die niederländische Regierung hat jetzt mit einem Gesetzentwurf eingestimmt, das Arbo-Gesetz zu ändern damit Arbeitnehmer und Arbeitgeber besser miteinander (und mit Organisationen wie z.B. der Betriebsarzt) zusammen arbeiten. Ab dem 01. Juli 2017 ist ein Arbeitgeber verpflichtet sich bei einer "Arbodienst" (einem medizinischen Dienst) anzuschließen. Macht er dies nicht drohen Bußgelder.

Ab dem 01. Juli spielt zudem der Betriebsarzt eine größere Rolle und werden in dem Vertrag mit dem medizinischen Dienst Mindestanforderungen aufgenommen (z.B. über die Unterstützung des Mitarbeiters bei Krankheit durch den Arbeitgeber), an die sich Arbeitgeber halten müssen.

Sanktionen

Erkrankt ein Arbeitnehmer und hat sein Arbeitgeber sich nicht genügend angestrengt den Mitarbeiter wieder zurück ins Berufsleben zu integrieren, kann ein Arbeitgeber sogar nach dem Zeitraum von 104 Wochen durch das Niederländische UWV aufgefordert werden das Gehalt weiter zu zahlen (für einem weiteren Zeitraum von einem Jahr). Das UWV erhebt eine Gehaltssanktion und der Arbeitgeber muss das Gehalt weiter zahlen.

Ein Arbeitnehmer hat in diesem Fall Anspruch auf 70% seines zuletzt verdienten Bruttolohnes. Dies hat der Gerichtshof in Den Haag neulich bestätigt. Ein Arbeitnehmer hatte geklagt. Seiner Meinung nach hatte er einen Anspruch auf 100% seines zuletzt verdienten Bruttolohnes da er in den zwei Jahren davor auch 100% seines Gehalts erhalten hatte. Der Gerichtshof war aber andere der Meinung, eine Zahlung in Höhe von 70% sei ausreichend.

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