26-11-2015

Die VBI in den Niederlanden, etwas für Sie?

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In den Niederlanden gibt es seit 2007 die sogenannte Rechtsform‘ VBI‘ (Vrijgestelde Beleggingsinstelling). Eine VBI (Körperschaftssteuerbefreite Anlagegesellschaft) wird in den Niederlanden günstig versteuert. Eine VBI ist direkt von der Körperschaftssteuer freigestellt, und auch auf Ausschüttungen wird keine Kapitalertragsteuer einbehalten. Eine VBI braucht keine Körperschaftsteuererklärung einzureichen.

Die VBI

Die VBI ist ein Anlagegesellschaft. Mittels dieser Gesellschaft wird in Finanzinstrumente wie z.B. Festgelder, Aktien, Optionen, Zertifikate, Futures, Swaps, Termingeschäfte und andere investiert. Direkte Investitionen, z.B. in Immobilien sind nicht zulässig. Es besteht keine Ausschüttungsverpflichtung, jedoch ist vom Anteilseigner auch ohne Ausschüttung eine fiktive Rendite von 4% pro Jahr mit einem Steuersatz von 25% zu versteuern. Die VBI ist insoweit also steuerlich teiltransparent.

Das Niederländische Parlament hatte die VBI eingeführt um 'kollektives Anlegen‘ zu fördern und das Geschäftsklima in den Niederlanden zu verbessern. Durch kollektives Anlegen kann ein größeres Vermögen in ein diverses Anlagenportfolio angelegt werden wodurch Risiken minimiert werden und höhere Gewinne erzielt werden können.

Die VBI wurde anfangs vor allem durch professionelle Anlagefonds benutzt, mittlerweile gibt es aber immer mehr Großaktionäre die eine VBI nutzen. Unter bestimme Voraussetzungen ist es ein Großaktionär gestattet Vermögen in einer VBI anzulegen. Momentan gibt es in den Niederlanden ca. 900 VBI’s die von Großaktionäre gehalten werden.

Voraussetzungen

Eine Niederländische BV, vergleichbar mit einer GmbH muss in einer NV (Aktiengesellschaft) oder sogenanntes 'Fonds voor gemene rekening' umgewandelt werden damit ein Großaktionär diese Aktiengesellschaft als VBI nutzen darf. Außerdem muss es bei einer VBI mindestens zwei Aktionäre geben. Ein Großaktionär darf maximal 90% der Anteile besitzen. Der zweite Aktionär ist meistens der Ehepartner, wobei Ehepartner eine Gütertrennung haben müssen, und der Ehepartner eigenes Vermögen haben muss wodurch die VBI finanziert werden kann. Ziel der VBI ist das Anlegen von Vermögen, wobei in einer VBI keine Aktivitäten stattfinden dürfen.

Steuern

Eine VBI ist freigestellt von der Körperschaftsteuer und der Dividendensteuer. Es macht allerdings wenig Sinn in ausländische Anteile zu investieren. Wenn Dividenden aus dem Ausland ausgeschüttet werden, ist es nicht möglich die im Ausland gezahlte Quellensteuer zu verrechnen. Die VBI unterliegt kein Doppelbesteuerungsabkommen. Auch die in den Niederlanden gehobene Dividendensteuer auf ausgezahlte Dividenden kann nicht zurückgefordert werden.

Trotzdem kann eine VBI sehr vorteilhaft sein. Ohne diese Freistellungen wurde in den Niederlanden, bei einem Gewinn in Höhe von bis zu € 200.000, 20% Körperschaftsteuer gezahlt werden müssen. Bei einem Gewinn über € 200.000 wäre 25% Körperschaftsteuer fällig. Daher ist es sinnvoll sich zu informieren ob eine VBI vielleicht eine gute Alternative wäre wenn Sie vorhaben Vermögen anzulegen. Die Spezialisten unser German-Desk beraten Sie gerne!

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