08-01-2018

Die Lohnsteuer und ihre Vorschriften für Deutsche Arbeitgeber die in den Niederlanden tätig werden

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Als Deutscher Arbeitgeber sind Sie dazu verpflichtet, die Beiträge zur Lohnsteuer vom Arbeitslohn Ihrer Arbeitnehmer einzubehalten und abzuführen. Wie aber verhält es sich, wenn Ihre Arbeitnehmer für Sie in den Niederlanden tätig werden? Müssen Sie dann immer noch die Lohnsteuer in Deutschland einbehalten und abführen? Oder, müssen Sie die Lohnsteuer stattdessen in den Niederlanden abführen? Die Bezahlung der Lohnsteuer in grenzüberschreitenden Fällen kann ziemlich kompliziert sein. Vorschriften und Ausnahmen bestimmen darüber, wo Sie die Lohnsteuer für die Löhne Ihrer Arbeitnehmer einbehalten und abführen müssen. In diesem Artikel informieren wir Sie über die geltenden Vorschriften.

Wann immer die Rede von grenzüberschreitenden Tätigkeiten von Arbeitnehmern ist, gilt als Grundregel, dass die Lohnsteuer dort, wo ein Arbeitnehmer seine Tätigkeiten ausübt, einbehalten und abgeführt muss. Es bestehen aber auch wichtige Ausnahmen.

Wir unterscheiden dazu verschiedene Situationen:

1. Sie nehmen von Ihrem deutschen Unternehmen aus einen Auftrag in den Niederlanden an. Einige Ihrer Mitarbeiter werden den Auftrag in den Niederlanden ausführen.
Sofern Ihre Arbeitnehmer nicht länger als 183 Tage in den Niederlanden arbeiten, müssen Sie in den Niederlanden keine Lohnsteuer abführen. (Zwar ist es keine Pflicht Lohnsteuer in den Niederlanden für einen Mitarbeiter ab zu führen, wenn er die 183-Tage Grenze doch überschreitet da sie kein, in den Niederlanden ansässiger Arbeitgeber sind. Es ist jedoch Sinnvoll sich dazu zu entscheiden).

Die 183-Tage gelten für jeden Arbeitnehmer gesondert. Sie entrichten über die Tätigkeiten, die Ihre Mitarbeiter in den Niederlanden ausgeführt haben, in Deutschland Lohnsteuerzahlungen. Ob ein Mitarbeiter mehr als 183 Tage in den Niederlanden gearbeitet hat wird, seit dem 1. Januar 2016, über einen Zeitraum von 12 Monaten beurteilt.

2. Sie nehmen von Ihrem deutschen Bauunternehmen aus einen Auftrag in Niederlanden an. Die Bautätigkeiten, die Sie in den Niederlanden ausführen werden, dauern erwartungsgemäß länger als 12 Monate.
Bedingt durch den Umstand, dass die Tätigkeiten länger als 12 Monate dauern, besitzen Sie eine (fiktive) feste Niederlassung in den Niederlanden und sind Sie dazu verpflichtet, Lohnsteuerzahlungen in den Niederlanden, über den Lohn, den Ihre Mitarbeiter in den Niederlanden verdienen, zu leisten. Diese Abgabepflicht wird zu dem Zeitpunkt wirksam, in dem die Tätigkeiten beginnen. Der Zeitraum von 12 Monaten wird im Grundsatz pro Auftrag beurteilt. Dauern die Tätigkeiten weniger als 12 Monate, besteht keine unmittelbare Pflicht, um für Ihre Mitarbeiter in den Niederlanden Lohnsteuerzahlungen zu entrichten. Es ist außerordentlich wichtig, um im Vorfeld richtig einzuschätzen, wie lange der Auftrag erwartungsgemäß dauern wird. Korrekturen im Nachhinein sind eine zeitraubende und kostspielige Angelegenheit und dazu wenig wünschenswert für Ihre Arbeitnehmer.

3. Sie stellen einem ausländischen Unternehmen, zeitlich befristet, Personal zur Verfügung, etwa durch vorübergehende Überkapazitäten in Ihrem Unternehmen.
Wenn Sie Ihr Personal zeitlich befristet, etwa durch Überkapazitäten, einem anderen (niederländischen) Unternehmen zur Verfügung stellen, sind Sie in den Niederlanden steuerpflichtig. Auch wenn der Mitarbeiter einen (formalen) Arbeitsvertrag mit Ihnen hat, gilt eine sogenannte „materielle Arbeitgeberschaft“. Dies bedeutet, dass vom ersten Tag an Lohnsteuerzahlungen in den Niederlanden, über den niederländischen Anteil am Lohn des betreffenden Mitarbeiters, abgeführt werden müssen.

4. Sie erteilen einem Arbeitnehmer den Auftrag, bestimmte Tätigkeiten in den Niederlanden auszuführen. Dieser betreffende Arbeitnehmer wohnt ebenfalls in den Niederlanden.
Da der Arbeitnehmer in seinem Wohnland Tätigkeiten für Sie ausführt, sind Sie dazu verpflichtet, die Lohnsteuerzahlungen in den Niederlanden zu leisten. Viele Arbeitgeber sind sich dessen nicht bewusst. Bedenken Sie, dass immer dann, wenn Arbeitnehmer Tätigkeiten für Sie im Ausland ausführen, dies Konsequenzen für Ihre Zahlungsverpflichtungen haben kann.

Wir haben die internationalen Vorschriften in Bezug auf die Lohnsteuerzahlungen für Sie erläutert. Viele der darstellten Beispiele beziehen sich auf die Niederlande. Möglicherweise gelten andere Vorschriften etwa für Tätigkeiten in Belgien. Wir haben uns in unserer Darstellung lediglich auf die Grundzüge beschränkt. Holen Sie sich daher immer Rat ein, wenn Sie beabsichtigen, Tätigkeiten im Ausland auszuführen. Neben den Zahlungsverpflichtungen hinsichtlich der Lohnsteuer, gibt es möglicherweise noch andere Verpflichtungen, die Sie bei einer Tätigkeit in einem anderen Land erfüllen müssen. Ein Beispiel dafür ist der Mindestlohn. Planen Sie, Tätigkeiten in den Niederlanden auszuführen? Nehmen Sie dazu Kontakt mit unserem German Desk auf. Wir werden Sie gerne bei Ihren Vorhaben unterstützen.

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